Praxis Dr. med. Hans-Dieter Schulte

Facharzt für Innere Medizin
Lungen- und Bronchialheilkunde
Allergiediagnostik

Kastanienallee 4, 21255 Tostedt
Tel. 04182 / 70 76 70

 

 

 
Kardiologische Diagnostik
     
 
 
 
 
 
 
 

   
  Was ist ein EKG?
Ein EKG ist die Aufzeichnung der elektrischen Herzaktivität. Dies geschieht in Form von EKG-Kurven. Das EKG ist somit Ausdruck des Verlaufs der Herzerregung.

Wie funktioniert ein EKG?
Das regelmäßige Zusammenziehen des Herzens wird durch ein spezielles Reizleitungssystem im Herzen ermöglicht. Das Herz erregt sich selber, ohne von Nerven des Körpers abhängig zu sein. Die Erregung beginnt im rechten Vorhof, im sog. Sinusknoten. Dieser Sinusknoten wird als Schrittmacher des Herzens bezeichnet, da er die Herzfrequenz vorgibt. Von dem Sinusknoten gelangt die Erregung über spezialisierte Muskelfasern über den AV-Knoten über die Tawara-Schenkel bis in die Kammern des Herzens.
Diese elektrischen Impulse und Weiterleitungen können mit Elektroden abgeleitet werden. Das EKG-Gerät verstärkt die Impulse und stellt sie in Form der typischen Kurven auf dem Bildschirm dar.

Wozu dient das EKG?
Der Arzt erhält wichtige Informationen z.B. über:
- den Herzrhythmus
- Störungen der Erregungsbildung, -ausbreitung und -rückbildung
- Lagetyp des Herzens im Brustkorb

Folgende Erkrankungen können diagnostiziert werden:
- Herzinfarkt
- Erkrankung der Herzgefäße (Koronargefäße)
- Überdosis bestimmter Medikamente
- Herzmuskelentzündung (Myokarditis)
- Herzbeutelentzündung (Perikarditis)
- Vorhofflimmern oder -flattern, Kammerflimmern oder -flattern
- weitere Arten von Herzrhythmusstörungen

Weiterführende Diagnostik:

Herzultraschall, Belastungs-EKG, Langzeit-EKG, Herzkatheter-Untersuchung (nur beim Kardiologen)
   
  Was ist ein Langzeit-EKG?
Das Langzeit-EKG ist ein EKG, das über 24 Stunden aufgezeichnet wird.

Wozu dient ein Langzeit-EKG?
- Abklärung einer koronaren Herzkrankheit (KHK)
- zur Diagnose von Rhythmusstörungen, Synkopen (= kurzer Bewußtseinsverlust z.B. durch Herzklappenfehler)
- Therapiekontrolle bei Herzschrittmachern

Wie wird ein Langzeit-EKG durchgeführt?
Es werden mindestens zwei Brustwandableitungen aufgezeichnet. Das heißt, dass auf die Brust mindestens sechs Metallelektroden angebracht werden. Außerdem wird an den Arm eine Blutdruckmanschette angebracht. Diese Elemente sind alle mit einem EKG-Gerät verbunden, das problemlos am Gürtel zu tragen ist.
Der Patiente muss über die 24 Stunden hinweg Protokoll über seine Tätigkeiten und Beschwerden führen, damit der Arzt diese mit dem EKG in Verbindung bringen kann.

Welche Alternativen gibt es?
Herzultraschall (Echokardiographie), Blutuntersuchungen zur Klärung von pathologischen Prozessen, Herzkatheter-Untersuchung (nur beim Kardiologen), Myokard-Szintigraphie (nur von Nuklearmedizinern)
   
  Was ist eine Blutdruckmessung?
Bei der Blutdruckmessung wird der Druck in den Körperschlagadern (Arterien) kontrolliert. Der Blutdruck schwankt bei jedem Herzschlag zwischen einem maximalen Wert (systolischer, erster Wert) und einem minimalen Wert (diastolischer, zweiter Wert). Die Messung wird traditionell in mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) angegeben. Die Blutdruckmanschette wird soweit aufgepumpt, bis der Blutstrom an Oberarm oder Oberschenkel kurzzeitig abgedrückt wird. Durch Ablassen der Luft wird dann ein Druck erreicht, bei dem die Herzpumpkraft gerade noch ausreicht, um die Manschette kurzzeitig aufzudehnen, dies ist der systolische Wert. Bei weiterem Ablassen der Luft wird schließlich der Druck erreicht, bei dem der Blutfluß wieder kontinuierlich ist, dies ist der diastolische Wert. Letzterer entspricht dem Ruhedruck der Arterien und gibt Aufschluss über die Elastizität der Blutgefäße.

Wozu dient die Blutdruckmessung?
Zumeist wird hiermit Bluthochdruck (Hypertonie) diagnostiziert. Die Normwerte liegen bei 140/90 mmHg.
Es kann nötig sein, eine Langzeitblutdruckmessung durchzuführen. Hierzu erhält der Patient ein messgerät, das über 24 Stunden ca. 70 Blutdruckmessungen durchführt.
   
  Was ist ein Belastungs-EKG?
Beim Belastungs-EKG wird ein EKG unter körperlicher Belastung aufgezeichnet.

Wie funktioniert ein Belastungs-EKG?
Prinzipiell funktioniert es wie ein Ruhe-EKG. Der Unterschied liegt in der Arbeitssituation des Körpers. Diese wird auf einem stationärem Fahrrad erzeugt. Die Arbeitsleistung wird in Watt gemessen. Dabei entsprechen 25 bis 50 Watt dem normalen Gehen, 75 bis 100 Watt Treppen steigen, zügigem Gehen oder mäßigem Radfahren und 150 Watt Joggen oder schnellem Radfahren.

Was muss vorher beachtet werden?
Kein Belastungs-EKG darf durchgeführt werden bei
- einem akuten Herzinfarkt
- instabiler Angina Pectoris (Brustschmerz, der in den Arm ausstrahlt)
- Ruhe-Blutdruck ab 220/110 mmHg
- klinisch gesichertem Herzfehler, z.B. Herzklappenerkrankungen

Weiterführende Untersuchungen:
Herzultraschall (Echokardiographie), Langzeit-EKG, Herzkatheter (nur beim Kardiologen), Spiroergometrie
   
  Was ist eine Spiroergometrie?
Die Spiroergometrie ist eine Kombination aus der Ergometrie und der Spirometrie.
Die Ergometrie ist die quantitative Messung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit.
Die Spirometrie ist eine Untersuchung zur Messung der Lungenfunktion.
Wenn man beide Untersuchung zusammenfasst, wird das Zusammenspiel von Atmung, Kreislauf und Leistungsfähigkeit gemessen. Meist wird gleichzeitig eine Blutgasanalyse durchgeführt.

Wie funktioniert die Spiroergometrie?
Der Patient wird an ein Spirometer angeschlossen. Dies ist ein Schlauch, an dessen Ende ein Mundstück angebracht ist. Der Patient atmet in das Mundstück hinein. Am anderen Ende wird die Atemleistung aufgezeichnet. Weiterhin ist der Patient an ein EKG angeschlossen.
Mit Hilfe eines Fahrrades kann eine Belastungssituation (Arbeit) erzeugt werden. Das EKG und die Spirometrie werden miteinander ausgewertet. Aus dem Ohrläppchen wird für die Blutgasanalyse regelmäßig Blut entnommen.

Wann wird eine Spiroergometrie durchgeführt?
- zur Beurteilung von Art und Ausmaß von krankhaften Veränderungen des Herzens und der Lunge, insbesondere zur Abklärung von Luftnotzuständen
- zur Ermittlung der maximalen Leistung, z.B. bei Sportlern
- zur Optimierung von medikamentösen Therapien
- zur Abschätzung eines operativen Risikos

Was muss der Patient beachten?

Zur Registrierung des EKG muß der Oberkörper frei sein. Außerdem muss er im Liegen Fahrrad fahren.

Welche weiterführenden Untersuchungen gibt es?
- spezielle Lungenfunktionsuntersuchungen
- Rechts- oder Linksherzkatheter
- Herzechokardiographie, gegebenenfalls Schluckechokardiographie